Für mich war der Langhaar - und das Bild von Paris hatte mir das deutlich gemacht - der Vertreter des Alten, des "Authentischen", des Unverdorbenen. Dipl. Ing. Voskens hat nach dem Krieg einmal vom Langhaar gesagt: "Diese beeindruckende Varietät" und das war es, was ich auch selbst empfand. Nicht beeindruckend um andern Ehrfurcht einzuflößen, sondern ein Hund, der mich selbst ganz besonders beeindruckte. Meine teilweise Brabanter Herkunft hat dabei vielleicht unbewusst mitgespielt. Der Langhaar vertrat für zwei in Bezug auf Hintergrund und Alter so unterschiedliche Menschen den "altertümlichen" Holländischen Schäferhund. Man dürfte es jetzt übertrieben oder sogar romantisch finden, aber es war die Triebfeder zu weiterem Suchen und Hoffen. Dipl. Ing. Voskens gebührt das kaum zu schätzende Verdienst, dass er innerhalb von drei Jahren Dr. v.d. Akker drei Langhaare anzeigen oder liefern konnte, die unmittelbar vom Brabanter Lande kamen, sei es als Hund der Herde, sei es als Wachhund. Das erste Mal war am wichtigsten.

Foto 3
Faust
Foto ± 1939, gemacht von Dr. v.d. Akker

Ein neuer Beginn und Missgeschicke: Faust - Adri van het eigen Land und Herder
Der erste Langhaar (Hündin) kam aus Loon-op-Zand und war von unbekannter Abstammung. Das war Mitte 1939. Der Hund war ziemlich klein, schon nicht mehr so jung, dunkel gold-gestromt mit durchgehender Stromung auf der Schnauze, also ohne Maske. Dr. v.d. Akker hatte sich inzwischen einen eigenen Zwingernamen ausgedacht: "van het eigen Land" und wie Herr P. Drost früher auch gemacht hatte, registrierte Dr. v.d. Akker seinen neuen Erwerb unter seinem Zwingernamen als " Adri van het eigen Land". Sie wurde die Stammmutter aller gegenwärtigen, offiziell eingetragenen Langhaare. Dr. v.d. Akker führte später nicht nur eigene Zuchtprodukte vor unter seinem eigenen Zwingernamen, sondern auch die von ihm erworbenen oder gekauften Hunde aus Würfen anderer Leute, um darauf einen gewissen Anspruch erheben zu können. Dies macht es manchmal sehr schwierig, jetzt noch die Abstammung zu trassieren. Auch hielt er sich nicht konsequent an einer alphabetischen Reihenfolge bei der Benennung aufeinanderfolgender Würfe. Adri van het eigen Land wurde Mitte August 1939 gedeckt von dem schon fast vergessenen und legendären Hund der Königin Emma. Dieser Hund, Faust (Foto 3) war damals schon mindestens 7 bis 8 Jahre alt. Obgleich die Deckung mühsam verlief (wie Dr. v.d Akker mir damals geschrieben hat), kam Mitte Oktober 1939 der Wurf zur Welt aus der Kombination Faust - Adri van het eigen Land.

Sowie Adri (Foto 4) die Stammmutter war, so ist Faust der Stammvater aller heutigen offiziellen Langhaare. Im Wurf gab es neben gestromten auch ziemlich viel einfarbige Welpen. Anfang Dezember konnte ich einen Welpen holen, aber eine reiche Auswahl gab es nicht; weil ich unbedingt eine kleine Hündin haben wollte, um mit ihr später zu züchten, zeigte Dr. v.d. Akker mir einen hellgrauen Welpen mit einer schwarzen Maske. Er wollte mir keinen gestromten Welpen geben, vielleicht weil ich zu jung war? Erst Monate später bot er mir aus demselben Wurf eine wunderschöne kastanienbraun gestromte Hündin an, die in Erwartung eines anderen Zuhauses offensichtlich zeitweilig bei ihm wohnte. Ich hängte dann jedoch schon so sehr an meinem eigenen Hund, dass ich sie nicht tauschen mochte. Vermutlich hat Dr. v.d. Akker später noch einmal mit Adri gezüchtet, aber nicht mehr in Kombination mit Faust.

Foto 4
Adri van het Eigen Land
Foto gemacht von Dr. v.d. Akker

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